Als Mietnomade bezeichnet man üblicherweise eine Person, die eine Wohnung bezieht, aber nicht zahlt. Nach fristloser Kündigung zieht sie in eine andere Wohnung und dasselbe Spiel beginnt von vorne.

Mietnomaden verursachen bei Vermietern häufig viel Ärger und eine Menge Schaden. Deshalb sollten Eigentümer wissen, wie sie gegen Zahlungsverweigerer vorgehen.

 

Das größte Problem dabei ist, dass in diesen Fällen selbst eine fristlose Kündigung erst gerichtlich durchgesetzt werden muss. Die Kosten für den Anwalt bleiben in der Regel jedoch ebenfalls beim Wohnungsbesitzer – zusätzlich zum entstandenen Mietausfall.

 

 

Wie kann man Mietnomaden erkennen?

 

Es ist nicht einfach einen Mietnomaden schon vor dem Einzug zu erkennen. Der Ablauf gestaltet sich oft ähnlich: Vom soliden Anzugträger, Akademiker über Handwerker und Angestellte - Mietnomaden gibt es in allen Berufsgruppen. Schufa-Auskünfte, Bankbürgerschaften und Gehaltsabrechnungen sind häufig gefälscht. Die vermeintlich solventen Mieter handeln in betrügerischer Absicht. Das unterscheidet sie von Menschen, die durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit in Not geraten sind und deshalb Zahlungsprobleme haben.

 

 

Wie kann man sich vor Mietnomaden schützen?

 

  • Bonität des Interessenten überprüfen: Schufaauskunft anfordern, sich an die Vermieterschutzgemeinschaft wenden, die auf Zahlungsmoral von Mietern spezialisiert ist.
  • Vorherigen Vermieter kontaktieren: Bescheinigung des vorherigen Vermieters einholen, die nachweist, dass der zukünftige Mieter keine Mietrückstände hinterlassen hat. Oft ist Misstrauen geboten, wenn der Mieter den Namen des Vermieters nicht nennen will.
  • Kaution und Gehaltsnachweise verlangen: Gehaltsnachweise vorzeigen lassen, Personalausweis vorlegen lassen und anhand der Adresse den Wohnort und Namen überprüfen. Der Mieter hat bei Einzug das Recht, die Kaution in drei gleichen Monatsraten zusammen mit den ersten drei Monatsmieten zu zahlen. Vermieter sollten jedoch hellhörig werden, wenn der Mieter dieses Recht von sich aus einfordert und dabei auf einen finanziellen Engpass hinweist.
  • Durch Rechtsschutzversicherung absichern: Eine Mietausfallversicherung springt im Ernstfall ein. Eine Mietnomadenversicherung begleicht entstandene finanzielle Schäden. Die durch eine Räumungsklage entstandenen Anwalts- und Gerichtskosten sind dabei aber nicht abgedeckt.

 

 

Wie kann man rechtlich gegen Mietnomaden vorgehen?

 

Wenn man trotz aller Vorsicht auf einen Mietnomaden reingefallen ist, sollte man sofort eine Kündigung aussprechen. Wurde an zwei aufeinanderfolgenden Monate keine Miete gezahlt, kann eine fristlose Kündigung erfolgen. Am besten wendet man sich an einen Anwalt, um keine unnötigen Fehler zu begehen, die das Verfahren unnötig hinauszögern.

Mit einer fristlosen Kündigung ist es aber in der Regel nicht getan, da der Mieter weiterhin in der Wohnung bleiben wird. Weitere zwei Wochen nach der Kündigung kann der Vermieter eine Räumungsklage einreichen, um den Auszug zu erzwingen.

Bevor Gerichte aber in solchen Fällen tätig werden, müssen weitere zwei Monate vergehen. Bis zum Urteil dauert es im Schnitt dann noch mal zehn Monate und die Räumung kann erst nach Rechtskräftigkeit des Urteils und einer weiteren Fristsetzung erfolgen. Bis die Räumung erfolgt, dauert es also durchschnittlich 15 bis 18 Monate.

Alternativ können Vermieter den Mietnomaden über einen Urkundsprozess belangen. Dafür muss lediglich der Mietvertrag vorgelegt werden und nach wenigen Monaten kann der Vermieter einen Zahlungstitel erwirken, mit dem sich das Konto des Mieters sperren lässt. In der Regel werden Mieter dann einer Räumung der Wohnung zustimmen, weil sie nicht an ihr Geld kommen.